Tagestipps im Radio

Tagestipps

Sonntag 18:20 Uhr SWR2

SWR2 Hörspiel am Sonntag

Clarissa Nach dem gleichnamigen Romanfragment von Stefan Zweig Mit: Axel Corti, Julia Stemberger, Fritz Lehmann, Walter Schmidinger, Gerhard Zemann, Thomas Frey, Branko Samarowski, Susanne Czepl und Oswald Fuchs Hörspielbearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner (Produktion: ORF 1991) 1941, ein Jahr nach Abschluss seiner Erinnerungen "Die Welt von gestern", entschloss sich Stefan Zweig, das Leben von 1902 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs aus der Sicht einer jungen Frau zu schildern. Clarissa wird Mutter eines unehelichen Kindes, dessen Vater ein im August 1914 plötzlich zum Feind gewordener Franzose ist. Der Form halber heiratet sie einen ungeliebten Österreicher. Über der Entwicklung der Gegenwart resignierend, hat Zweig das noch nicht satzfertige Manuskript abgebrochen. Das Romanfragment aus dem Nachlass wurde von Knut Beck bearbeitet und 1990 veröffentlicht.

Sonntag 18:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Hörspiel

Entgrenzgänger Eine Rundfunkgroteske Von Robert Schoen Regie und Ton: der Autor Mit: Tatiana Danilevskaya, Lorenz Eberle, Yana Kuzina, Yulia Strizhko, Anton Veklich Produktion: HR 2019 Länge: 70"04 Ein Hörspiel, in dem der Zufall die ästhetisch steuernde Kraft ist. Eine meisterhafte Jonglage von Flohmarktgegenständen, Archivschnipseln und russischen Balalaika-Klängen. Eine Reise von Berlin in die Stadt Woronesch. "Im Englischen gibt es den Begriff ,serendipity" als Bezeichnung für etwas zufällig Gefundenes, das man so gar nicht gesucht hat", erklärt der Autor Robert Schoen. "So kam man Amerika, dem Sekundenkleber oder Viagra auf die Schliche. ,Der Zufall begünstigt den vorbereiteten Geist", soll Louis Pasteur gesagt haben. So strebe ich also an, mich dem Zufall so anzubiedern, dass er mich bei meinem Vorhaben unterstütze, die Pasteur"sche ,kosmisch asymmetrische Kraft" anzuzapfen, um eine Rundfunkgroteske zu synthetisieren, die an den ästhetischen Grenzen des Genres Hörspiel herumstrolcht. Die Groteske schreibt sich dabei akustisch weitgehend selbst. In den Schreibpausen tauchen immer wieder Fragen auf: Was ist ein Hörspiel, wo verläuft die Demarkationslinie zwischen Inszenierung und Realität, und welches Märchen wird die kleine Nora mit verbunden Augen aus dem großen russischen Märchenbuch mit dem Wolf vorne drauf picken?! Ort der Aufnahmen, Texte, Studio, Menschen in ihrem Spiel, Musik und ihre Macher - alles wird vom Zufall bestimmt, von der Laune der Würfel, einem Zufallsgenerator, Gott. Wie es sich für ein - noch so asymmetrisches - Hörspiel gehört, wird es natürlich zahlreiche Geräusche geben (auch altkirchenslawische), weiterhin Pausen, einen unbekümmerten Prinzen, reichlich Wodka, aufgedunsene Riesenfische, einen wütenden Intendanten sowie einen Ausflug an die Quelle des Heiligen Mitrofan. Entgrenzgänger: Oh, du Kassiber an den statistisch nicht messbaren Teil der Radiohörerschaft!" Robert Schoen, geboren 1966 in Berlin. Studium der Angewandten Theaterwissenschaft in Gießen. Radioarbeiten seit Mitte der 1990er. Zahlreiche Auszeichnungen, darunter der Hörspielpreis der Kriegsblinden 2011 für "Schicksal, Hauptsache Schicksal" sowie der ARD Online Award 2013 für "Heidi Heimat". Entgrenzgänger

Sonntag 19:00 Uhr NDR kultur

Kriminalhörspiel

Innere Sicherheit (I/II) Nach dem gleichnamigen Roman von Christa Bernuth Bearbeitung und Regie: Irene Schuck Mit Wolfgang Pregler, Samuel Weiss, Gerd Baltus, Udo Schenk, Peter Kaempfe, Lutz Herkenrath, Sylvana Krappatsch, Jens Wawrczeck, Uli Pleßmann, Götz Schulte, Astrid Meyerfeldt, Klaus Dittmann, Wolf-Dietrich Sprenger, Werner Wölbern, Katharina Matz, Gerhart Hinze, Ole Lagerpusch, Anne Weber, Peter Kurth, Ursula Hinrichs, Hille Darjes, Paula Dombrowski und Wolfgang Seesko NDR 2007 An der Ostsee wird die Leiche einer Frau angeschwemmt. Alles deutet auf Republikflucht hin. Aber Hanna Schön war linientreue Bürgerin der DDR. Dem ermittelnden Beamten Beck wird der Fall entzogen. Gegen den Widerstand der Stasi betreibt Beck nun heimliche Recherchen. Und wühlt sich immer tiefer durch ein Land, in dem man nicht sicher sein kann, wer wirklich wer ist. Ein Politthriller über die Kooperation der DDR mit der westdeutschen Terroristenszene, psychologisch einfühlsam, zeitgeschichtlich präzise. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. 19:00 - 19:05 Uhr Nachrichten, Wetter Kriminalhörspiel

Sonntag 19:04 Uhr WDR3

WDR 3 Hörspiel

Der Seuchenprinz Von Jens Rachut und Büffeljoes Bande Ein traurig-komisches Weltuntergangsspektakel Komposition: Jonas Landerschier und Ronnie Henseler Mit Mila Dargies, Ronald Henseler, Yvon Jansen, Daniel Lommatzsch, Laila Oduro, Josef Ostendorf, Jens Rachut, Laura Tonke und Elisabeth Wöllert Regie: Jens Rachut, Jonas Landerschier und Ronnie Henseler Autorenproduktion 2006

Sonntag 19:05 Uhr Ö1

Contra - Kabarett und Kleinkunst

Satirische Songs und Szenen über damals und heute - von Klaus Eckel, Gunkl Gerhard Walter, Rainald Grebe, Trio Lepschi u.a. Früher war alles besser. Da konnte man sich noch auf die Programmvorschau von Ö1 verlassen. Und Ö1 auf die Spielpläne der Theater. Und die Künstler*innen auf ihre Premieren- und Auftrittstermine. O tempora, o Zores. Statt des für die heutige Sendung eigentlich hoffnungsvoll geplanten Premierenberichts über das neue Programm "Zeit" des 2019 mit dem renommierten Deutschen Kleinkunstpreis ausgezeichneten Duos BlöZinger hören sie heute satirische Songs und Szenen über die angeblich so gute alte Zeit von u.a Klaus Eckel, Gunkl Gerhard Walter, Jochen Malmsheimer, Rainald Grebe und dem Trio Lepschi.

Sonntag 20:05 Uhr Deutschlandfunk

Freistil

Surfology Oder: Bretter, die die Welt bedeuten Von Juliane Stadelmann Regie: Eva Solloch Produktion: NDR 2020 Der Mensch, die Welle, das Brett. Allein auf dem Meer verschafft ein Wellenritt einen süchtig machenden Nervenkitzel. Dabei geht es auch um die Überwindung der Angst. Bei den Olympischen Spielen in Tokio wäre Surfen im letzten Jahr erstmals als neue Disziplin dabei gewesen. Die Adelung des Surfens zur olympischen Disziplin ist der Anlass, die abenteuerliche Geschichte dieser Sportart in all ihren Facetten zu erzählen. Denn ursprünglich hatte das Wellenreiten einen echten Sinn: den Transport von Waren und Menschen. Das war lange bevor es zur waghalsigen Disziplin wurde. Wofür steht Surfen? Wofür steht es vor allem in Deutschland? Wie veränderte sich der Sport und welche Philosophie steckt dahinter? Die Surflehrerin und Autorin Juliane Stadelmann trifft Mathematiker, spricht mit Historikern, lässigen Sylter Jungs und Betreibern künstlicher Wellen. Sie erzählt von ihrer großen Leidenschaft. Sie zeigt aber auch, wie aus dem Surfen ein Big Business geworden ist, durchleuchtet die Verheißungen sowie die politische und gesellschaftliche Dimension des Sports. Surfology

Sonntag 20:05 Uhr Bayern 2

Bayerisches Feuilleton

"Aus Geistestiefen leuchtend" Rudolf Steiner in München Von Friedemann Beyer Wiederholung vom Samstag, 8.05 Uhr Eine Hochburg der Esoterik war Anfang des 20. Jahrhunderts München. Hier trafen Strömungen wie Okkultismus, Theosophie und später die Anthroposophie Rudolf Steiners auf ein ebenso empfängliches wie engagiertes Publikum aus Künstlern, Intellektuellen und Bildungsbürgern, die mit ihrer Hinwendung zum Übersinnlichen dem "Ungeist des Materialismus" entgegentreten wollten. München war 1907 Schauplatz eines internationalen Theosophischen Kongresses, der den Aufbruch Rudolf Steiners zur Anthroposophie markiert. Ebenfalls in München wurden zwischen 1910 und 1913 unter großem öffentlichen Interesse Steiners "Mysteriendramen" uraufgeführt. Hier schließlich plante Steiner mit dem "Johannesbau" das erste überregionale anthroposophische Bildungs- und Veranstaltungszentrum. Nach dem Scheitern des Projektes in München wurde es 1913 im schweizerischen Dornach als "Goetheanum" realisiert - bis heute Herzstück der Bewegung. Friedemann Beyers Feature beleuchtet ein bedeutsames, bislang kaum beachtetes Kapitel Münchner Kulturgeschichte vor dem Hintergrund des geistigen Klimas der Stadt in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg.

Sonntag 20:15 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren

Die Zerstörung der Normalität. Die argentinische Autorin Samanta Schweblin von Michael Hillebrecht Samanta Schweblin zählt zu den profiliertesten Autorinnen Südamerikas und lebt schon seit einigen Jahren in Berlin. Literaturnobelpreisträger Mario Vargas Llosa sieht in ihr eine der vielversprechendsten Stimmen der modernen spanischsprachigen Literatur. In ihren Kurzgeschichten und Romanen erzeugt die 1978 geborenen Autorin eine ungewöhnliche Melange aus erzählerischer Doppelbödigkeit und dramaturgisch geschickt aufgebauter Spannung. Nur wenige Schritte jenseits des gewöhnlichen Alltags bricht für ihre Figuren ein abgründiger Kosmos des Unvertrauten auf. Für Schweblin steht fest: "Wir versuchen jeden Tag normal zu sein, aber Normalität ist reine Fiktion." In ihrem neuen Roman "100 Augen" treibt ein fiktives elektronisches Gerät die Handlung an: Ein Plüschtier mit Mobilfunkverbindung und eingebauter Videokamera. Über dieses neuartige Spielzeug für Erwachsene werden wildfremde Menschen miteinander in Kontakt gebracht. Es entsteht ein globalisiertes Beziehungsgeflecht und bei allen Beteiligten kommen tiefste Sehnsüchte und unerwartete persönliche Abgründe ans Licht.

Sonntag 20:55 Uhr Ö1

Ö1 Kunstsonntag: Milestones

The Modern Jazz Quartet: "Reunion at Budokan" (1981) Das Modern Jazz Quartet, auch bekannt unter dem Kürzel "MJQ", gilt seit seiner Gründung 1952 in New York City als eine der populärsten Bands der internationalen Jazzwelt. Mit einer einzigartigen Mischung aus Jazz, Blues und Barock-inspirierter Kontrapunktik sind Milt Jackson (Vibrafon), John Lewis (Klavier), Percy Heath (Bass) und Connie Kay (Schlagzeug) eine der ersten Jazzgruppen, die statt in verrauchten Jazzclubs in noblen Konzerthallen auftreten. Doch zu Beginn der 1970er Jahre wird es Milt Jackson zu viel, der Tourplan zu voll, es bleibt zu wenig Zeit für andere Projekte. Der Vibrafonist verlässt das Modern Jazz Quartet, dessen Mitglieder daraufhin getrennte Wege gehen. Vereinzelte Konzerte finden zwar weiterhin statt, die offizielle Wiedervereinigung der Band wird jedoch erst am 19. und 20. Oktober 1980 gefeiert, und zwar in der geschichtsträchtigen Nippon Budokan Indoor-Arena in Tokio. Diese Konzerte markieren den Startpunkt des zweiten großen Karriereabschnitts des MJQ bis zu dessen endgültiger Auflösung im Jahr 1997. 1981 veröffentlicht Pablo Records Ausschnitte der beiden Konzerte unter dem Titel "Reunion at Budokan". Im Rahmen der Milestones wird dieser Jazz-Meilenstein 40 Jahre später wieder aus dem Regal geholt. Gestaltung: Xavier Plus

Sonntag 22:00 Uhr Bremen Zwei

Klassikwelt in concert: Rotenburger Gitarrenwoche 2019

Das beliebteste Gitarrenfestival Deutschlands ist die Rotenburger Gitarrenwoche. 2019 war der italienische Gitarrenvirtuose Lorenzo Micheli mit dabei und überzeugte sein Publikum wiedereinmal mit einem abwechslungsreichen Abend Musik der unterschiedlichen Epochen.

Samstag Montag